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Was Not tut

Wenn etwas Neues entstehen will, muss das Altüberkommene Platz machen. Am besten, das Alte löst sich gleich komplett auf. Die Natur ist dafür ein Vorbild. Im Moment der Befruchtung der Eizelle, werden die beteiligten Chromosomenfäden völlig chaotisiert. Jede vorher bestehende chemische Struktur wird komplett vernichtet. Danach ist der Boden bereitet für das, was gezeugt werden will. Auch in der gesellschaftlichen Entwicklung ist es notwendig, daß von Zeit zu Zeit neue, nie vorher gedachte Ideen ergriffen werden, die das alt und schwach gewordene verdrängen. So waren einst junge frische Ideen die Verursacher, die die klassischen Hochkulturen begründeten. Griechenland fand zur Philosophie und verdrängte damit den herrschenden aber obsolet gewordenen Aberglauben an nichtige Götter. Europa verdankt Rom die Idee der Verknüpfung des Rechtsgedankens mit der individuellen Persönlichkeit, die noch heute die Grundlage unserer Rechtssysteme bildet.

Die Mitte Europas ist durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts bislang daran gehindert, ihren Beitrag zu der dringend erforderlichen umfassenden Erneuerung der staatlichen Strukturen zu leisten. Die gegenwärtigen globalen Verwüstungen unseres Planeten in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen sind aber ein starkes Zeichen, daß für etwas vollkommen Neues durch Zerstörung des Gehabten zur Zeit der Boden umgebrochen wird. Für diese Entwicklung ist der deutsche Sprachraum der geeignete Zusammenhang.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 09. Januar 2016 um 18:48 Uhr Weiterlesen...
 

wie die Katzen das Bellen lernten

Einst in längst vergangenen Tagen aber lange nach der Zeit, in der das Wünschen noch half, lebte ein Volk, das auf eine seltsame Weise in einer Art permanenter Glückseligkeit geraten war. Dieses Volk lebte in einem Staat ohne eigenes Land, der Staat selbst hatte kein Staatsvolk, das ihn zum Herrschen legitimiert hatte, wie es sonst in dieser Zeit noch üblich war, sondern der Staat rekrutierte die Menschen, die ihm angehören wollten, von überall her und beschäftigte sie als Personal in seinen vielfältigen Einrichtungen, die zur Simulation eines echten Staatswesen unterhalten wurden. Zur Aufrechterhaltung des Betriebes und um den Mitarbeiter das Gefühl zu geben, an den Entscheidungen der Geschäftsführung grundsätzlich teil zu haben, hatten sich die obersten Vertreter eine Geschäftsordnung gegeben, die sie Grundgesetz nannten und die von vielen als eine Art Verfassung gehalten wurde. Realiter handelte es sich vielmehr um eine etwas modifizierte Werks- oder Betriebsordnung. Pauschal wurde jedem Angestellten zugesichert, seine Würde als Mensch zu achten. Dies war natürlich kein einklagbares Gesetz sondern sollte lediglich den guten Willen der Oberen zum Ausdruck bringen, sich um das Wohlergehen der Betriebsangehörigen zu kümmern. Daher würde der Begriff "Würde" auch nur in der Präambel erwähnt. Diese Würde zu erlangen, von der übrigens niemand so genau wusste, woraus sie eigentlich bestand, war jedem, der einen Werks- oder Personalausweis erhalten hatte, als Ziel frei gestellt, aber es war natürlich allen klar, daß dieses so hoch geschätzte Gut nur denjenigen Menschen zustand, die den Nachweis erbracht hatten, daß sie fähig waren zu erkennen, wie sie sich zu verhalten hatten, um einen störungsarmen Betrieb zu garantieren.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 29. Mai 2016 um 17:33 Uhr Weiterlesen...
 

Adam 2.1

Wie der Placebo Effekt zustande kommt, ist der etablierten Wissenschaft ein Rätsel. Studien haben jedoch ergeben, daß bei einem Drittel aller medizinischen Behandlungen die Selbstheilungskräfte die Ursachen für die fortschreitende kontrollierte Gesundung sind. Für die auf eine materialistische Chemie kaprizierte Wissenschaft ist die Tatsache, daß der Placeboeffekt scheinbar ohne Verabreichung von irgendwelchen materiellen Substanzen erfolgt, ein allergrößtes Geheimnis. Die medizinische Praxis ist fokussiert auf Beseitigung der Krankheitssymptome und Erleichterungen des erkrankten Menschen. Die wahren Ursachen der körpereigenen Heilungsprozesse sind noch nicht einmal ansatzweise identifiziert. Wie der erkrankte Mensch seine Gesundung tatsächlich in Gang setzt, liegt völlig im Dunkeln. Diesbezügliche Forschungen müssten mit dem lebendigen Organismus experimentieren. Das wird niemand ohne Zwang mit sich machen lassen. Die Gesetzmäßigkeiten des Menschen seine Gesundung zu steuern, sind hinter einem meterdicken Bombast verborgen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12. Februar 2016 um 18:39 Uhr Weiterlesen...